MarocBlog Teil 1 - Die (An)Reise

Posted by: SurfDude in Surftrip

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SurfDude

Wie die meisten hier wohl wissen bin ich am Dienstag den 27 November (2007) mit "Ryan Air" von Weeze nach Marrakesh geflogen. Es gab keine günstigen Last-Minute Flüge mit denen man mindestens 3-4 Wochen hätte unten bleiben können und so habe ich für ca. 95 Euro incl. Surfboards Ryan-Air one way genommen. Ich hoffe so unter 200 Euro gesamt an Flugkosten zu bleiben.

Morgens in Marrakesh

 

Angekommen in Marrakesh ging es dann mit dem Taxi Richtung einer Low-Budget Unterkunft für 9,- Euro die angeblich 24*7 Rezeption hat. Wie üblich habe ich mal wieder nicht reserviert sondern mich auf mein Glück verlassen, Nun, ich habe es auch gebraucht.

Der Taxifahrer zur Herberge setze mich am Rand der Medina (Altstadtkern, kosten 150 DHM) von Marrakesh ab in die er nicht hineinfahren kann und sagte mir das es circa 15 Minuten zu Fuss bis zur Herberge waeren. Gleichzeitig zeigte er auf eine art Sackkarrenfahrer dem ich dann meinen Koffer und meine beiden Surfboards anvertraute. Nun ging es it der Sackkarre 25 Minuten durch sehr kleine, enge sowie verwinkelte und zum Teil auch sehr dunkle Gassen richtung Herberge.

Dort angekommen sah ich nur eine kleine aber sehr solide Holztüre hinter der, trotz Klopfen und Klingeln meinerseits niemand zum vorschein kommen wollte. Nach circa. 10 Minuten daürklopf-Terror seitens meines marokanischen Karrenziehers öffnete eine kleine Engländerin die Türe und verwies auf einen kleinen über der Eingangstüre angebrachten fetzen Papier der träger einer Mobilfunknummer war. Natürlich wollte sich mein Handy zu keinem Rufaufbau bewegen lassen obwohl es laut meinem Provider gehen sollte "Service not Available". War ja klar... kommt davon wenn man nicht reserviert...

Mitten in der Nacht mit Gepäck und Surfboards in dunklen Seitengassen der Medina rumzulungern ist natürlich nicht wirklich prickelnd und mangels Alternativen fragte ich meinen Sackkarrenzieher ob er eine Alternative und günstige Übernachtungsmöglichkeit kenne. Dies bejahte er und wir liefen nochmal 15 Minuten durch die verwinkelten und wirklich jeglichen Orientierungssinn aushelbelnden Windungen der Medina von Marrakesh bis wir vor einer weiteren schweren Holztür ankahmen. Diesmal wurde aber nach circa. 3 Minuten von einem jungen Franzosen geöffnet der mich in einen der Gemeinschaftsräume des Etablisments führte.

Hier fanden die zwingenden Preisverhandlungen über eine Übernachtung mit einer etwas älteren Französin statt die sich, angesichts meiner minimalen beherschung des französichen, als extrem problematisch rausstellte. Wie erwartet war die Unterkunft auch alles andere als günstig, die Dame wollte 50 Euro von mir haben *schluck* Da die Alternative so aussah das ich wieder mit meinem Sackkarrenzieher durch die Medina streifen durfte gab ich mich dann mit einem Preis von 40 Euro für die Nacht zufrieden. Was für meine Verhältnisse verdammt viel Geld für eine einzige Übernachtung ist. Dafür war die Unterkunft aber wenigstens sehr nett.

Herberge in der Medina von Marrakesh

 Am nächsten Morgen liess ich mir vom marokanischen Patron des Etablisments einen weiteren Sackkarrenzieher bestellen mit dem es dann durch die nun morgendlich belebten und an eine Geschichte von 1001 Nacht erinnerenden Gassen der Medina richtung Taxistand ging. Da wir beim vorbeihuschen an den unzähligen kleinen Läden der Medina konstant Mopeds und Eselkarren ausweichen mussten benötigten wir gute 20 Minuten um die Medina zu verlassen. Der umstieg ins Taxi gestaltete sich Problemlos da ich dem Taxifahrer den sicherlich deutlich überhöhten Preis von 100 DHM (9.5 Euro) zahlte um mich zur Abfahrtstelle des marokanischen "Supratours" Busunternehmens zu bringen das mir von den einheimischen als beste Buslinie angepriesen worden war. Leider fuhr der nächste Bus von "Supratours"  erst um 14:30, was 3 Stunden wartezeit gewesen wären und so fuhr mein Taxifahrer mich einmal kurz um die Ecke zum Busunternehmen CTN wo der nächste Bus nach Agadir in 1.5 Stunden ging. Ich löste auch sofort eine Karte für 90 DHM und zahlte weitere 40 DHM für 45 Kilo extra Gepäck (Koffer plus Surfboards).

Die Fahrt nach Agadir war nicht weiter Aufregend und ich erreichte den etwas dezentral liegenden Busbahnhof für Fernverkehr von Agadir um kurz vor 17:00 Uhr. Beim ausladen bot mir ein jüngerer Marokaner, dem offensichtlich vom Busfahrer gesteckt worden war das ein Surfer an Bord war der nach Taghazout muss die Fahrt nach Taghazout für "nur" 200 DHM an. Was eine Unverschämtheit ist. Vom nur 15 minuten zu Fuss entfernten zentralem Taxistand von Agadir kostet die Strecke 50 DHM. Da sich besagter junger Marokaner innerhalb der unvermeindlichen Preisverhandlungs als extrem uneinsichtig erwiess schnappte ich mir meine 55 Kilo Gepäck und machte mich zu Fuss in Richtung Innenstadt auf.

Da ein Europäer der mit soviel Gepäck durch Aussenbezirke von Agadir läuft entsprechend auffällt dauerte es nicht lange bis ein Stadttaxi anhielt. Da diese keine Fernstrecken fahren dürfen, und nach Taghazout sind es immerhin 30-40 Minuten, rief dieser nun wieder einen Bekannten mit einem Mini-Lieferwagen herbei. Dieser wollte nun aber auch wieder 200 DHM haben. Allerdings liess er sich auf 100 runterhandeln was ich anbetracht der Tatsache nochmal 10 Minuten mit 55 Kilo durch die Gegend rennen zu müssen deutlich OK fand. Also gings mit "Achmed" und seinem Mini-LKW weiter nach Taghazout wo ich dann bei Sonnenuntergang endlich Eintraf.  Als erster suchte ich meine Standard Unterkunft auf aber dort traf ich leider nicht auf "Ali", den "Manager" und Hausmeister der Unterkunft sondern auf einen Jungen der sich standhaft weigerte mir einen guten Preis zu machen. Ok, also erstmal irgendwo anders hin.

"Irgendwoanders" war dann mal wieder das "Hotel Atlantique" von "Hassan", eine sowohl bekannte als auch eher *hust* bescheidene Surferabsteige mitten in Taghazout.  Als wir mit dem Mini-LKW vor "Hassans" "Hotel" hielten eilte "Hassan" persönlich auch sofort heraus und nach einer kurzen  Begrüssung erklärte er mir das er voll belegt sei während er gleichzeitig versuchte meinen Fahrer zum Ausladen meines Gepäcks zu bewegen. *Interessantes Konzept das* Da mir weder danach war meinen Kram Wohnungssuchend durch das nächtliche Taghazout zu schleppen noch ich von der tendentiell kostspieligen Gnade der "Hassanschen" Budenvermittlung abhängig sein wollte sagte ich dem Fahrer das er das Gepäck bitte im Wagen lassen solle. Das Spiel wiederholten wir dann so ungefähr viermal. Hassan sagte dem Fahrer er solle ausladen, ich sagte Hassan das ich nicht ausladen würde wenn er nichts frei hätte und hinderte gleichzeitig meinen Fahrer am ausladen. Letzterer gab sich mitlerweile bar der wiedersprüchlichen Anweisungen Hassans und mir etwas entnervt. Verständlich.

Nachdem Hassans versuche den Fahrer wegzuschicken, wohl um eine bessere Basis für die Preisverhandlungen mit mir zu haben fehlgeschlagen waren lenkte er ein und gab mir zu verstehen das er doch tatsächlich ein freies Zimmer für mich hätte. Überraschung... Es sollte sich übrigens am nächsten Tag herausstellen das dass Hotel zu über 50% leer war. Nachdem ich nach etwas 10 Minuten verhandeln bei einem Preis von 100 DHM für die Übernachtung in einem schäbigen Zimmer angekommen war schlepte ich meine Sachen in den zweiten Stock. Kurz nach dem Auspacken stellte sich heraus das eines der Abflussrohre in diesem Zimmer leckt was einen penetranten Scheissegeruch verbreitete. Super. Also nochmal runter zur "Rezeption" mit der Dame des Hauses in gebrochenem französich gesprochen, dann alles wieder einpacken und eine Etage tiefer ziehen.

So bin ich dann nach einer circa. 28 Stunden dauernden Reise in Taghazout angekommen.

Taghazout am ersten Morgen