Stormider Wellenreiten/Surf Community mit Forum und Gallerie

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Viele Surfer stehen in ihren jungen Jahren vor einer schwerwiegenden, gar schicksalhaften Entscheidung: "Was studiere ich?, Sport und Freizeitmanagement oder doch lieber Ozeanographie?". Nicht verzagen, es gibt ein drittes Studium das fuer euch in Frage kommen koennte!

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UK Shaper Chris Jones der die Studenten beim Shapen betreut bei der Arbeit.

Prof. Dr. h.c. Ripper hat fuer euch Richi interviewt der in Newquay, Sued-England Surf-Science studiert. Alles weitere zum Studiengang mit der-Lizenz-zum-Surfen in folgendem Interview:

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wieso hast du dich entschlossen Surf-Science zu studieren? Ich meine, du haettest auch sowas wie Konzern-Rechnungswesen studieren koennen oder was-anderes-womit-man-im-Leben-spaeter-was-anfangen-kann.

Richi: Da gibts mehrere Gründe: Erstmal ist man natürlich hier direkt am Meer und kann das ganze Jahr über surfen gehen, da gibts kaum andere möglichkeiten in Englisch sprachigen europäischen Raum. Dann kommt noch dahinzu, dass sich der Kurs verdammt interessant anhört, vorallem wenn man sich wirklich für alles rund ums surfen sehr interessiert. Und zwei meiner besten Freunde die im Jahr zu vor angefangen haben waren dann wohl der dritte Grund. Man hat außerdem die Möglichkeit die ersten zwei Jahre Surf Science zu studieren dann aber den eigentlich Bachelor in anderen Fächern wie Umwelt und Resourcen Managment oder Sports Coaching and Performances zu absolvieren, also schon noch etwas halbwegs "vernünftiges".

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wo studierst du "Surf Science"

Richi: Der Kurs findet in Newquay statt, was an der Nord Küste Cornwall's liegt, was wiederum im Süd Westen Englands gelegen ist.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wo kann man noch "Surf-Science" studieren?

Richi: Ursprünglich wurde der Kurs in Plymouth, Süd Devon etabliert, mittlerweile kann man den Kurs auch in West Australien, hier in Newquay und anscheinend auch bald in Californien und Hawai.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Gibt es den Studiengang nicht in Deutschland?

Richi: Nein, nicht dass ich wüsste.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Meinst du man sollte den Studiengang auch in Deutschland anbieten oder macht das wenig Sinn?

Richi: Möglich wäre es aber mir würde da definitiv die Praxis Nähe fehlen, weil Deutschland einfach keine Surfnation ist.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wo kann sich jemand ueber den Studiengang "Surf Science" informieren?

Richi: Auf der Uni-Website

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wer kann Surf-Science studieren? Welche Voraussetzungen gibt es?

Richi: Das ganze ist ein Foundation Degree, d.h. ein Realschulabschluss genügt und natürlich gute Beherschung der Englischen Sprache, wobei ich nie einen ILTS test oder der gleichen machen musste.

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Im Rahmen der Production-Methods-and-Materials Vorlesung erlernt man das Shapen von Surfboards

Prof. Dr. h.c. Ripper: Was sind die Studieninhalte?

Richi: Das ist eine ziemlich bunte Mischung, ein paar Namen der Module: Surfing History in the UK, Production Method and Materials, Places and Events, Marine Ecology, Media and politics in Sports, Fieldwork and Market Research, Physical and Geographical Influences on Surfing, Marine Sports Psychology, Biomechanics and Performance, Conservation and Management of the Coastal Environment, Legal and Economic Frameworks for Surf Businesses, Computer Aided Design, etc.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Muss man gut Surfen koennen?

Richi: Absolut nicht, dieser Kurs hat mit Praktischem Surfen rein garnichts zu tun. Die meisten Leute in meinem Jahrgang und in anderen Jahrgängen sind eher ziemlich schlecht oder surfen fast garnicht, was mich sehr verwundert hat zu Beginn.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Sind handwerkliche faehigkeiten wichtig fuer Surf-Science Studium?

Richi: Sind natürlich von Vorteil im Production Method and Materials module aber nicht umbedingt erforderlich.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Welche Berufe kann man mit einem abgeschlossenen Surf-Science Studium ausueben?

Richi: So gut wie keine. Es wird leicher fallen Jobs in der Surf industrie zu finden, aber um in einem Klamotten shop von Ripcurl zu arbeiten muss man nicht umbedingt studieren. Den einzigen Vorteil den ich mir aus dem Studium erschließe ist während des Studiums nebenbei Kontake zu knüpfen um später eventuell besser an Jobs in der Gegend zu kommen.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wie sieht dein Wochenablauf so aus, welche Vorlesungen und Praktika machst du im Moment.

Richi: Zur Zeit bin ich im zweiten Jahr und hab Module wie Marine Sports Psychology, Biomechanics and Performance, Conservation and Management of the Coastal Environment, Legal and Economic Frameworks for Surf Businesses, Computer Aided Design. D. h. drei Tage die Woche College je 2h Vorlesung, der Rest ist Freizeit wenn nicht gerade irgendwelche Abgaben oder Examen bevorstehen.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Welcher Bereich/Fach innerhalb des Studienganges liegt dir am meisten?

Richi: Auf jedenfall der Boardbuild im ersten Jahr wegen der praktischen Erfahrung, zur Zeit der Legal Framework for Surf Business Teil weil der "Prof" einfach verdammt gut ist und Ahnung hat.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Was gefaellt dir am meisten Surf-Science studium?

Richi: Auf jedenfall gefällt mir, dass ich verdammt viel zum Surfen komme wann immer die Wellen gut sind. Was mit absolut nicht gefällt ist das wissenschaftliche level. Wer hohe Erwartung hat an Vorlesungen und Kompetenz der Lehrkräfte hat wird hier in Newquay auf jedenfall kräftig entäuscht. Das ganze ist halt ein so gennantes "foundation degree" und kein master Studiengang, demenstrechend kommts halt auch mal vor dass man Bruch und Wurzel rechnen im Statistik Modul wiederholt. Man muss es halt alles sehr sehr gelassen sehen.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Weisst du schon wann du in etwa fertig sein wirst?

Richi: Ende Juni werd ich hier fertig sein, dann werde ich noch ein Bachelor in Environmental Resource Management im Camborne College um die Ecke machen.

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Nach der Vorlesung gehts ab ins Lineup

Prof. Dr. h.c. Ripper: Lernt man Surfboard-Herstellung, also das sogenannte "Shapen"?

Richi: Man baut sein eigenes Brett innerhalb des Production Methods and Materials Modul im ersten Jahr bei Local-Hero und Shaper Chris Jones. Der Kerl ist seit den Anfängen des modernen Surfen in den 60ern dabei, shaped seit mehr als 30 Jahren und bring ein unglaublich hohes Maß and Handwerklichem Geschickt und Erfahrung mit.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Werden Themen der Stroemungsmechanik incl. dem Venturi/Bernoulli-Effekt im Rahmen des Studiums durchgenommen?

Richi: Bernoulli wird auch gemacht, aber halt auch eher oberflaechig.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wieviele Surfboards hast du im Rahmen des Studiums bisher geshaped?

Richi: Drei.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Was fuer Surfboards waren das?

Richi:Alles kurze Bretter, ein performance Twin-fin, ein small Wave-Thruster und ein reguläres Thruster.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Werden es noch mehr werden?

Richi: Auf jedenfall, shapen ist ein Handwerk in dem man nie genug lernen kann.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Welche Blanks benutzt ihr?

Richi: Hauptächlich local hergestelle Blanks von Homeblown, sehr gute qualität, gut zum handshapen und lokal hergestellt.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Spielt CNC Technik, also computergesteuerte/industrielle Herstellung von Surfboards bzw. dem Schnitt der Blanks eine Rolle im Studium?

Richi: Innerhalbt des Computer aided design modul lernt man verschiedene Programme zu benutzen wie Rhino 3D und natürlich ACU Shaper, das meist benutzte Programm zum erstenn von 3D Bretter Modellen.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wie stehst du zum Einsatz von CNC Technik in der Surfboard-Industrie. Verliert das arme Surfboard seine Seele durch CNC Einsatz?

Richi: Auf jedenfall! Leider kann man heut zu Tage kaum Geld als Shaper verdienen wenn man auf den Einsatz von CNC Fräsen verzichtet. Surfboards werden dadurch Massengefertige Produkte, die Kunst des Handwerks geht verloren. Arbeitsplätze verschwinden, weil die Produktion von Surfboards nach Thailand, China, etc. verlagert wird. Traurig ist, dass die meisten Leute garnicht wissen, dass per Hand geshapte Surfboards von lokalen Shapern nicht mehr kosten als Surftech Produkte aus Thailand, meistens sogar noch günstiger sind. Meist bezahlt man nur für den Namen und ich habe schon viele gesnappte 700 Euro Firewire Surfboards gesehen.

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Hier ein Retro-Single-Fin Surfboard frisch nach der Lackierung

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wird auf moderne Techniken der Surfboardherstellung eingegangen? So wie zb. die Nutzung von technologien aus dem Fahrzeugbau von Hydroflex/Bufo.

Richi: Nur bedingt, natürlich wird das erwähnt und drüber diskutiert, aber sobald es vertieft in physikalische und chemische Eigentschaften geht hört das Wissen des "Profs" da auch schon wieder auf.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Was haelst du von dieser neuen Methode zur Surfboardkonstruktion?

Richi: Auf jedefall sehr interessant in vielen Aspekten, vorallem was den Flex angeht. Jedoch muss man sich auch hier über den riesigen Marketing Effekt im klaren sein. Natürlich funktioniert so ein Brett in der Theorie besser als andere herkömmliche Bretter. Aber Surfen ist halt einfach zu mehr als 90% abhänging von eigener Fitness und Geschick. Wenn man große Fortschritte im Surfen machen will muss man soviel Surfen gehen wie möglich und sich kritisch mit der eigenen Technik auseinander setzen. Das bringt einen viel weiter als das neuste beste Brett und ist vorallem umsonst.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Kommst du noch zum Surfen?

Richi: Auf jedenfall! Jeden Tag solange es eine Welle hat, England ist eines der Wellenreichsten Länder der Welt (Qualität ist eine andere Sache). Wenn es richtig gut ist fällt auf jedenfall auch schon mal die ein oder andere Vorlesung flach.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Nenne drei Lieblingssurfer.

Richi:Reynolds, Rastovich, Archbold

Prof. Dr. h.c. Ripper: Deine drei Lieblings-Shaper sind..

Richi: Daniel Thomson, Chris Jones, Tyler Hatzikian.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Drei Lieblingslaender zum Surfen.

Richi: England, Portugal, OZ.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Deine drei Lieblingssspots..

Richi: Cranntock, Lennox Head, Supertubos

Prof. Dr. h.c. Ripper: Nenne zwei Lieblings-Surfboards von dir

Richi: Alle. Ein selbstgebautes Brett mit 1000 fehlern surft sich besser als jedes andere Brett.

Prof. Dr. h.c. Ripper: Wir danken Ihnen fuer dieses Gespraech.